Financial Times Deutschland vom 11.01.2012
Die Deutsche Bank wird sich nach Einschätzung von Experten mit der Komplettübernahme der Postbank noch Zeit lassen. "Ich glaube nicht, dass sie die Minderheitsaktionäre kurzfristig herausdrängen wird", sagt Matthias Engelmayer, Analyst von Independent Research. Derzeit gebe es für das Institut wichtigere Aufgaben. So muss die Deutsche Bank bis zum Sommer noch eine Kapitallücke von 3,2 Mrd. Euro schließen, um den Stresstest der europäischen Finanzaufsicht EBA zu bestehen. Zudem steht im Mai der Wechsel an der Unternehmensspitze an.
Die Deutsche Bank hatte am Dienstagabend angekündigt, mit der Postbank Verhandlungen über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag aufzunehmen. Der Zeitpunkt der Mitteilung belegt die Eile, mit der der Branchenprimus die Integration seiner Tochter vorantreibt. Denn noch besitzt das Institut nicht einmal die drei Viertel der Stimmrechte, um den Beherrschungsvertrag auf der Hauptversammlung der Postbank durchsetzen zu können. Derzeit hält die Bank rund 52 Prozent der Anteile, erst im Februar übernimmt sie weitere knapp 40 Prozent von der Post. Bis zur Hauptversammlung der Postbank am 5. Juni sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein, hieß es.
Quelle: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND / Karsten Röbisch
![]() |
Telephone +49 (0)69 / 971 490-0 Fax +49 (0)69 / 971 490-90 INDEPENDENT RESEARCH GmbH Friedrich-Ebert-Anlage 36 D-60325 Frankfurt Germany Enquiry form |